Fürstenwalde öffnet das Jagdschloss

Der Blick auf schützenswerte Gebäude in Brandenburg wird einmal im Jahr besonders geschärft: Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 11. September, zeigen Eigentümer – koordiniert durch die Stiftung Denkmalschutz – ihre geschützten Denkmale. Die Idee der Öffnung von im Alltag nur eingeschränkt zugänglichen Denkmalen für Interessierte entstand in Frankreich und wurde 1993 auch in Deutschland aufgegriffen. Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit mit „Geschichte zum Anfassen“ für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren. In Brandenburg öffnen ca. 400 historische Bauten und Stätten ihre Türen und laden zu Streifenzügen in die Vergangenheit ein. Im Rahmen des Denkmaltages finden in drei Fürstenwalder Denkmalen Führungen statt:

1. Jagdschloss Fürstenwalde,
Schloßstraße 13, 10 bis 14 Uhr

Das ehemalige Jagdschloss kann in fachkundigen Führungen mit dem Architekten Christian Nülken, der Denkmalpflegerin Antonia Brauchle, dem Leiter des Stadtmuseums Guido Strohfeldt und dem Historiker Florian Wilke besichtigt werden. Wichtiger Hinweis:

Aufgrund des baulichen Zustands der Innenräume kann das Jagdschloss nur mit einer begrenzten Anzahl von Personen besichtigt werden. Hierfür ist bis 8. September eine Voranmeldung unter stadtplanung@fuerstenwalde-spree.de  oder telefonisch unter 03361/557-224 mit gewünschter Zeitangabe (die Führungen beginnen zwischen 10 und 14 Uhr viertelstündlich) notwendig. Die Führungen werden als Besonderheit begleitet durch Erleuchtung von Raumtiefen und baulichen Details mittels Lichtinstallationen des Fürstenwalder Künstlers Friedrich Stachat. Mehr Informationen zum Jagdschloss: Das Gebäude ließ der Kurfürst Friedrich III. (ab 1701 Friedrich I. König in Preußen) 1699/1700 errichten. Verantwortlich war der Hofbaumeister Martin Grünberg. 1712 wurde der Lustgarten auf dem herrlichen Areal an der Spree im Beisein des Königs eingeweiht. Die Umnutzung als Getreidespeicher für das Militär ab 1750 machte das Einziehen schwerer Holzbalkendecken notwendig. 1795 ergänzte man das Ensemble um einen Speicher. Bis 1993 war das Schloss Lager und befindet sich heute im Besitz der Stadt Fürstenwalde.

2. Mords Eck,
Mühlenstraße 17, 11 bis 18 Uhr

Auf historischem Grund, seit dem Mittelalter bis 1936 als Brauerei betrieben, erwarb Ludwig Mord 1889 das Haus. Besonders bemerkenswert und einzigartig ist der Hof mit hölzernem Umgang und dem Brauereikeller, der als Museumskeller genutzt wird. Im Jahr 2010 wurde der Ziegelsteinkesselbrunnen auf dem Hof „entdeckt“. Sigrid Bosse, Nachfahrin des Ludwig Mord, führt durch Haus und Hof und gibt Einblicke in die Geschichte einer Privatbrauerei. Für musikalische Unterhaltung und Durstlöscher ist gesorgt.
Mehr Informationen: www.getränkehaus-mord.de

3. Bischofsschloss,
Domplatz 13, 11 bis 21 Uhr

1353 als Burg und Teil der Stadtbefestigung errichtet, diente der heute noch bestehende Bauteil bis 1598 als Residenz für die Bischöfe von Lebus. 1896 wurde der Festungsteil zu einem Wohnhaus umgebaut, 2012 saniert. Historischer Gewölbekeller, Weichhaus und Sockel des Burgturms sind zu besichtigende Teile des Restaurants.

Jagdschloss-Fürstenwalde

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