Pressefrühstück der Samariteranstalten

Das in unterschiedlichen Zeitintervallen stattfindende Pressefrühstück der Samariteranstalten in Fürstenwalde ist immer sehr informativ und wird von beiden Seiten gern genutzt, um über anstehende Projekte zu informieren bzw. mehr zu erfahren.

Geladen wurde diesmal in die Korczak Schule, die auf dem Gelände der Samariteranstalten beheimatet ist. Die Schule ist seit 1990 eine staatlich anerkannte berufliche Schule für Sozialwesen im Land Brandenburg in Trägerschaft der Samariteranstalten. Sie bildet im sozialen Bereich Erzieher, Heilerzieher, Sozialassistenten und Heilpädagogen aus. Nicht ohne Grund wurde das Meeting dieses Mal in der Korczak Schule veranstaltet. Schulleiterin Romana Germann stellte Anke Ullrich als neue Fachlehrerin in der Erzieherausbildung vor sowie Joanna Boldt und Mario Riedel, die sich im letzten Ausbildungsjahr der Erzieherausbildung befinden. Gemeinsam schilderten sie die inhaltlichen Wesenszüge der sehr komplexen Ausbildung. Joanna Boldt und Mario Riedel haben erst spät in ihrem Leben auf unterschiedliche Weise erkannt, dass sie ins Sozialwesen wechseln wollten. Sie haben abgeschlossene Berufsausbildungen, als Bäcker und Kauffrau für Bürokommunikation, und dahingehend auch ihre Berufserfahrungen stetig vertieft. Aber manchmal kommt man im Leben an einen bestimmten Punkt, an dem man sich sagt: Es gibt vielleicht auch noch andere Herausforderungen, die gemeistert werden wollen, und so fiel die Entscheidung für eine Ausbildung an der Korczak Schule. Nun steht die Abschlussprüfung ins Haus, doch vorerst müssen die Schüler „das geeignete Verfahren“ absolvieren, um dann wiederum zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden, die die Erzieherausbildung abschließt. Man könnte es als praktische Vor-Prüfung bezeichnen, um die Befähigung zu erlangen, den Beruf des Erziehers auszuüben. In Form eines „Forschertages“ am 25. April werden die angehenden Erzieher einen ganzen Tag mit Kindern der Kita Arche der Samariteranstalten das Erlernte unter Beweis stellen. Sie müssen den kompletten Tag gestalten, mit allem, was dazu gehört, und mit ihrem Wissen die Kids ermuntern zu forschen. Da geht es z.B. um für uns ganz banale Hilfsmittel wie Wasser und was man damit alles machen kann, wie es sich anfühlt, wofür es gebraucht wird. Animieren und Inspirieren steht auf ihrer Agenda. Dieser Tag soll gefüllt sein mit Singen, Basteln, Bilder ansehen und malen und vielen anderen kreativen Tätigkeiten. Romana Germann betonte, dass in der Heilerziehungspflege derzeit ein hoher Bedarf an Fachkräften bestünde und die Korczak Schule genau diese ja auch ausbilde. Wer also sich vorstellen könne, diesen Beruf hier zu erlernen, der sei herzlich willkommen.
Die rege Bautätigkeit in den Samariteranstalten ist kein Geheimnis, so wird ein offenes Atelier als Anbau konzipiert, gleich am Eingang der Korczak Schule, mit offenen Wänden und wenn es klappt, auch mit einem grünen, bewachsenen Dach. Dieser Anbau könnte als Bildhauerei, Theater oder sogar Töpferwerkstatt genutzt werden, aber so richtig ist das noch nicht klar. Möglich wird das durch eine nicht unerhebliche Spende einer Familie, die auf tragische Weise ihren Sohn verloren hat. Sie will damit erreichen, dass er nicht vergessen wird. Vorstand Paul Gerhardt Voget bekräftigte, dass der Anbau den Namen der Verstorbenen tragen soll. Der Bauantrag sei bereits gestellt und man gehe davon aus, dass der Baubeginn noch in diesem Jahr sein werde. Jürgen Hancke, Kaufmännischer Vorstand der Samariteranstalten, informierte über die weiteren Bautätigkeiten, die wohl nie zu Ende gehen, denn es gibt teilweise soviel Änderungen auf Bundes- und Landesebene mit neuen Gesetzen. Was gestern noch gültig war, gilt heute nicht mehr. Das Haus Germania, das unter Denkmalschutz steht, wurde an die zukünftigen Nutzer übergeben. In der Werkstatt für Behinderte gibt es verschiedene Dienstleistungsgruppen, die innerhalb aber auch außerhalb der Samariteranstalten die Bewirtschaftung in bestimmten Teilen übernehmen. Das sind bisher 50 Mitarbeiter, die am frühen Morgen erscheinen und keine geeigneten Möglichkeit haben, sich umzuziehen, weil es bis dato nur eine Umkleidekabine gibt. Aus der Sicht des Vorstandes ist das eine Katastrophe, weil es eben immer nur Notlösungen gab. Nun macht man mobil: Auf dem Garagenkomplex in der Mitte wird ein weiteres Stockwerk errichtet werden, eine Investition von rund 600.000 Euro. Dafür gewinnt man 360 qm Nutzfläche für Umkleidekabinen, Sanitärtrakt und Aufenthaltsmöglichkeiten. Paul Gerhardt Voget informierte darüber, dass man am 6. September damit beginnt, Stolpersteine zu verlegen für die drei Opfergruppen der Verfolgten des Naziregimes, die politischen Häftlinge, die Juden und die Bewohner der Samariteranstalten, die durch die Nationalsozialisten zu Tode kamen.

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