Der Pflanzenschutzdienst des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) weist auf den sorgsamen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln gerade in der Blütezeit hin. Die Blüte vieler für die Honigbiene wichtiger Pflanzen wie Raps und Obstkulturen hat begonnen oder steht unmittelbar bevor. Die Honigbiene ist als Bestäuberinsekt sehr bedeutsam und leistet – wie auch viele Wildbienenarten und Hummeln – unverzichtbare Dienste bei der Ertragsbildung der Kulturpflanzen. Jetzt sind aber auch viele Schadorganismen aktiv, was Pflanzenschutzmaßnahmen unumgänglich macht. Deshalb muss insbesondere während der Blüte von Kulturpflanzen dem Schutz der Honigbiene und anderen Blütenbesuchern besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Auf chemische Pflanzenschutzmaßnahmen sollte während der Blüte der Kulturen verzichtet werden. Unbedingt notwendige Anwendungen werden am besten außerhalb des täglichen Bienenfluges durchgeführt. Ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln während der Blüte von Kulturpflanzen unbedingt notwendig, etwa gegen Monilia-Spitzendürre und Blütenfäule in Steinobst, gegen Schorf in Kernobst oder gegen den Sclerotinia-Pilz im Raps, sind die Regelungen zum Bienenschutz konsequent einzuhalten. Diese gelten uneingeschränkt auch für Pflanzenschutzmittelanwendungen im Haus- und Kleingartenbereich. Als bienengefährlich (B1) eingestufte Pflanzenschutzmittel dürfen niemals – auch nicht nachts – in blühende Pflanzenbestände ausgebracht werden. Auch ist sicherzustellen, dass blühende Unkräuter im Pflanzenbestand sowie blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen an Feldrändern, Hecken und anderen angrenzenden Bereichen nicht von solchen Pflanzenschutzmitteln getroffen werden. Die Grundsätze der guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz wie Vermeidung von Abdrift und Beachtung von Windgeschwindigkeit und Windrichtung beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln, sind zwingend einzuhalten.

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