Teilnehmer der Umweltministerkonferenz pflanzen Apfelsorten

Im Rahmen der 88. Umweltministerkonferenz (UMK) in Bad Saarow haben die Umweltminister der Länder heute auf der Streuobstwiese des Vereins Äpfel und Konsorten e. V. in Philadelphia bei Storkow selbst mit Hand angelegt. In Erinnerung an die UMK wird auf Initiative des gastgebenden Bundeslands und des Vereins eine alte Streuobstwiese um einen „Ministersortengarten“ erweitert. Jörg Vogelsänger: „Im Lutherjahr erinnern wir uns an dessen Spruch: Auch, wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen. Mit unserer Aktion entwickeln wir diesen Gedanken positiv weiter: Damit die Welt nicht zugrunde geht, müssen wir alles dafür tun, um die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen zu erhalten. Das gilt auch für Nutzpflanzen, von denen manche zu verschwinden drohen oder sogar schon verschwunden sind. Streuobstwiesen stehen für den Erhalt alter Obstsorten, für eine strukturreiche Kulturlandschaft und für Biodiversität.“ Streuobstwiesen sind in Deutschland der Lebensraum von rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Damit zählen sie zu den artenreichsten Biotopen. Klimaregulierung, Wasserfilterung oder Naherholung sind nur einige Gründe, die für den Erhalt von Streuobstwiesen sprechen. Allerdings wurden jedoch bereits 80 Prozent des ursprünglichen Bestands der Streuobstwiesen abgeholzt. Im von Philadelphia rund 40 Kilometer entfernten Müncheberg engagiert sich das Land seit Jahren für den Fortbestand der dortigen Obstbauversuchsstation, inzwischen Teil des Landesamts für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Ländliche Entwicklung. Hierzu gehört auch ein großer Apfel-, und Birnen-Sortengarten, der als lebendiger Genpool für Forschung und Praxis erhalten werden konnte. Von dem Beratungsangeboten und Weiterbildungsseminaren profitieren nicht nur Berufsgärtner, sondern auch Kleingärtner, Vereine und Initiativen in Sachen Obstbau. Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger als Gastgeber der Umweltministerkonferenz pflanzte einen Apfelbaum der Sorte „Hasenkopf“ und danach gemeinsam mit der Bürgermeisterin der Stadt Storkow, Cornelia Schulze-Ludwig, sowie den zahlreichen Kindern aus der Europaschule den Europa Baum mit der Sorte „Gravensteiner“ auf die Streuobstwiese. Die Europaschule hat auch gleich die Patenschaft für den Baum übernommen.

Der Verein „Äpfel und Konsorten“

Äpfel und Konsorten Streuobstwiesen und -äcker e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der mit seinen 50 aktiven Mitgliedern in Brandenburg alte Streuobstwiesen pflegt und schützt. Der Verein kauft und pachtet Streuobstwiesen, um diese zu erhalten. Jedermann kann den Verein unterstützen. Ab 120 Euro Jahresbeitrag besteht die Möglichkeit, eine Baumpatenschaft selbst zu übernehmen oder zu verschenken. Auch Unternehmen können sich engagieren und Pate von ganzen Streuobstwiesen werden. Äpfel und Konsorten werden von der Getränkemarke Ostmost unterstützt. Ostmost produziert Säfte, Schorlen und Cider von öko-zertifizierten Streuobstwiesen aus alten, regionaltypischen Apfelsorten wie „Minister von Hammerstein“, „Geflammter Kardinal“, „Gelbe Schafsnase“ oder „Geheimrat Dr. Oldenburg“.

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