Wechsel an der Gewerkschaftsspitze

    Der neue „Chef-Polier“ der IG BAU Berlin-Brandenburg heißt Nikolaus Landgraf. Zum August übernimmt der 51-Jährige die Regionalleitung der Gewerkschaft. Damit tritt er die Nachfolge von Lars Dieckmann an, der in die IG BAU-Zentrale nach Frankfurt am Main wechselt. In Berlin und Brandenburg vertritt die IG BAU die Interessen von rund 150.000 Beschäftigten in der Bauwirtschaft, der Gebäudereinigung sowie der Land- und Forstwirtschaft.

    Ein zentrales Thema wird das bezahlbare Wohnen sein“, kündigt Landgraf an. Es könne nicht sein, dass jedes Jahr Tausende Berliner ihre Kieze verlassen müssen, weil die Mieten explodieren. Das beste Mittel gegen die Wohnungsnot ist der soziale und bezahlbare Wohnungsbau. Ein Bauarbeiter, ein Landschaftsgärtner oder eine Gebäudereinigerin muss sich eine Wohnung in der Stadt auch in Zukunft leisten können – und das nicht nur im Umland“, so der Gewerkschafter.

    Der vom Senat versprochene Neustart beim Wohnungsbau müsse nun schnellstmöglich in Gang kommen. Nach einer aktuellen Studie der Humboldt-Universität fehlen in Berlin 310.000 bezahlbare Wohnungen. Landgraf ist gebürtiger Schwabe und derzeit selbst auf Wohnungssuche in Berlin. „Es muss auch nicht in Prenzlauer Berg sein. Hauptsache eine bezahlbare Bleibe.“ Zur Gewerkschaft kam der gelernte Fliesenleger 1991. In der damaligen IG Bau-Steine Erden arbeitete er bis 2007 als Gewerkschaftssekretär.

    2007 wurde Landgraf IG BAU-Regionalleiter in Baden-Württemberg. Zuletzt war er DGB-Vorsitzender im Südwesten. Nun will er insbesondere neue Betriebe in den Branchen der IG BAU erschließen. „Handwerker unter das Dach der Gewerkschaft zu holen, ist gerade im Osten nicht ganz einfach“, gibt Landgraf zu. Dabei profitierten Beschäftigte hier besonders von den deutlich höheren Tariflöhnen. „Über viele Jahre haben Bauarbeiter Unternehmensgewinne durch Lohnzurückhaltung subventioniert.

    Das muss sich in Zeiten des Bau-Booms endlich ändern. Genug Geld ist bei den Betrieben jedenfalls da, um die harte körperliche Arbeit anständig zu bezahlen.“ Mit Blick auf den Forst in Brandenburg fordert Landgraf die Landesregierung auf, die angekündigte Streichen Hunderter Stellen zurückzunehmen. „Die Personaldecke darf nicht weiter ausgedünnt werden. Die Brandenburger Waldarbeiter brauchen eine klare Perspektive.

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