Öffentlichkeitsbeteiligung zu gebietsfremden Arten

Fremde Arten verursachen beträchtliche wirtschaftliche Schäden

Das Brandenburger Umweltministerium legt im Rahmen der Öffent-lichkeitsbeteiligung die Entwürfe zu Managementmaßnahmen für invasive, gebietsfremde Arten vor. Ziel ist, die im Freiland vorkommenden, weit verbreiteten gebietsfremden, invasiven Tier- und Pflanzenarten zurückzudrängen. Durch die Globalisierung des Handels und die Zunahme des weltweiten Tourismus gelangen zunehmend Tier- und Pflanzenarten aus ihren ursprünglichen Verbreitungs-gebieten in neue Länder und Ökosysteme. Gelingt es einer Art sich zu etablieren, sich stark zu vermehren und auszubreiten, können daraus negative Auswirkungen entstehen. Einige dieser Arten können beträchtliche wirtschaftliche Schäden verursachen. In Brandenburg betrifft dies beispielsweise Waschbär und Nutria. Andere Arten werden zum Problem, weil sie allergische Reaktionen beim Menschen auslösen, zum Beispiel der Riesenbärenklau. Die EU-weit verbindliche Auflistung umfasst aktuell 49 Tier- und Pflanzenarten, die die europäische Artenvielfalt bedrohen. Für Brandenburg ergeben sich insbesondere für folgende freilebend vorkommende Tier- und Pflanzenarten Verpflichtungen:

• Chinesische Wollhandkrabbe (zahlreiche Nachweise)
• Kamberkrebs (zahlreiche Nachweise)
• Signalkrebs (einzelne Vorkommen)
• Roter Amerikanischer Sumpfkrebs (bisher ein Einzelfund)
• Blaubandbärbling (vereinzelte Vorkommen)
• Buchstaben Schmuckschildkröte (vereinzelt)
• Nutria (zahlreiche Nachweise)
• Waschbär (flächendeckend verbreitet)
• Riesenbärenklau (zerstreute Verbreitung)
• Drüsiges Springkraut (zerstreute Verbreitung)
• Marderhund (flächendeckende Verbreitung)
• Bisamratte (in Teillebensräumen flächendeckend)
• Seidenpflanze (sehr vereinzelt)
• Nutall’s Wasserpest (vereinzelte Vorkommen)
• Verschiedenblättriges Tausendblatt (nur ganz vereinzelt in Südbrandenburg)
• Nilgans (verbreitet)

Seit Inkrafttreten der entsprechenden EU-VO gelten in allen Mitgliedstaaten mit Übergangsfristen für die Haltung der gelisteten Arten Handels- und Transportverbote. So soll verhindert werden, dass gelistete Arten gehalten, verkauft oder weitertransportiert werden. Für die im Freiland vorkommenden Arten sind der frühen Phase der Invasion Be-seitigungsmaßnahmen durchzuführen. Darüber hinaus ist für die Arten der Unionsliste ein Überwachungssystem einzurichten. Die Entwürfe der Managementmaßnahmenblätter, Erläuterungen und Hintergrundinformationen sowie länderspezifische Verbreitungsangaben werden vom 18. September bis 20. Oktober öffentlich ausgelegt.

Die Dokumente können im Anhörungsportal https://anhoerungsportal.de und im Landesumweltamt eingesehen werden.

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