Liquidität fehlt auf den Höfen

    Die Waldbrandstufe hat schon wieder die höchste Stufe 5 im Kreisgebiet oder Spree erreicht. Seit April bleiben flächendeckende Niederschläge im Landkreis aus. Laut Meteorologie waren Mai/Juni die heißesten und trockensten je gemessenen in der Region. Und auch im Juli ist noch kein Wetterumschwung in Sicht!

    „Die nächste Katastrophe für die Landwirtschaft steht an“, meint Hartmut Noppe, Vorsitzender des KBV Oder-Spree e.V. Der Mais kommt nicht vom Fleck, die Sommerung vertrocknet und Getreide/Raps haben wir schon abgeschrieben. Auch die Wiesenschnitte enttäuschten bislang, brachten grade mal die Hälfte an Aufwuchs.

    Aufgrund der Trockenheit begann die Ernte in der Gerste drei Wochen früher als sonst. Die notreifen Bestände machten es notwendig. Die Ernteergebnisse im Kreis zeigen bei der Gerste durchschnittliche Verluste von 35% im Vergleich zum fünfjährigen Mittel. Stellenweise sind die Verluste aber noch viel höher!

    Die niedrigen Erzeugerpreise in Kombination mit einem hohen Schmachtkornanteil und einem geringem Hektolitergewicht führen zu weiteren Abzügen beim Verkauf, so dass die Erlössituation in den Betrieben zu gravierenden Liquiditätsproblemen führen wird.

    Die Auswirkungen kann sich jeder bildlich vorstellen. Sie reichen von Rückstellung bei Investitionen, Verringerung der Tierbestände, da die Futterversorgung über Winter nicht gewährleistet werden kann und damit verbunden auch die fehlende Liquidität für Tier- & Futterzukauf, Saatgut und Düngemittel. Aber auch die Milchproduktion wird leiden, da die Futterqualität bei Mais und im Grünland keine Topqualitäten zulässt.

    Einige Landwirte haben schon Anfang Juni reagiert und wegen der angespannten Futtersituation schwache Getreidebestände gehäckselt und verfüttert. In zwei Wochen wird den schlechtesten Maisbeständen ein ähnliches Schicksal drohen. Die frühen Umbrüche sollen Platz schaffen für Ansaaten von Ackerfutter um im Herbst noch einen Schnitt ernten zu können und die Futterversorgung für die Tiere zu sichern.

    Ob diese Rechnung aufgeht, hängt vom Wetter ab. Kommt Mitte/Ende Juli ein Wetterumschwung der Regen bringt und folgt darauf ein sonniger Herbst, könnte das wenigstens die Futtersituation bei den Tierhaltern leicht entschärfen. Das Liquiditätsproblem auf den Höfen bleibt weiter bestehen und wird Opfer fordern.

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