Hitze beschleunigt Abreife

    Viel Zeit bleibt den Landwirten derzeit nicht, um mal durchzuatmen. Die desaströse Getreideernte ist gerade abgeschlossen, da steht vielerorts schon die Maisernte an. Aufgrund der Trockenheit reift der Mais viel zu früh ab. Die hochsommerlichen Temperaturen machen dem Mais wenig aus, aber ganz ohne Wasser kann auch er nicht wachsen und Kolben bilden.

    Wo das Wasser fehlt, ist der Mais schon braun und vertrocknet. Meist nicht mal mannshoch, bilden die Pflanzen grad mal einen oder maximal zwei sehr kleine Kolben aus. Schaut man sich die Kolben näher an, stellt man fest, dass die Spindel meist nicht gleichmäßig mit Körnern besetzt ist. Ein klares Zeichen das hier Wasser und Assimilate für den Kornaufbau fehlen.

    Die Pflanze ist einfach in die Notreife gegangen. Aber gerade für die Herstellung qualitativ energiereicher Silagen ist ein hoher Kolbenanteil in der Mischung besonders wichtig. Fehlt diese können Kühe nicht genug Leistung aufbringen, um hohe Milchleistungen zu erzielen. Die Milchleistung sinkt!

    Ganz ähnlich geht es den Bakterien in Biogasanlagen. Aufgrund der geringen Ernte werden Sie dieses Jahr nicht so viel „zum Futtern“ bekommen als sonst. Die Biogas-Stromerzeugung für viele Landwirte ein lohnendes Zubrot, wird 2018/2019 weiter eingeschränkt werden. Einige Anlagenbetreiber werden die Stromerzeugung in den Winter verlegen, weil sie Wärme an Hausbesitzer verkaufen und dafür die Erzeugung im Sommer/ Herbst drosseln.

    Auf 15.518 Hektar wird im Landkreis Silomais angebaut, das entspricht 18% der Ackerfläche. Bei den Erträgen rechnet der Verband im Durchschnitt mit ca. 250 dt/ha. Durchschnittlich 386 dt/ha waren es im Vorjahr. D.h. die Verluste könnten analog zum Getreide 30-50% unter den Vorjahren liegen.

    Noch ist die Ernte nicht eingefahren, trotzdem sorgen sich die Tierhalter. Wie weit reicht mein Futter? Kann ich durch ein verändertes Futtermanagement mit Kraftfutter gegensteuern? Welche Alternativen habe ich? Benachbarte Betriebe versuchen, sich untereinander zu helfen. Futterbörsen werden eingerichtet! Der Zukauf von Silage wird teuer und deshalb nur geringen Mengen genutzt. Am Ende reicht es nicht für alle!

    Der KBV rechnet, dass sich die Viehbestände bis zum Jahresende in Brandenburg um 10-15% verringern. Im Extremfall können es auch 20% sein, wenn die Futterbestände nicht reichen. Als erstes trennt man sich von Nachzucht und Mastvieh. Milchkühe bleiben erstmal die Ausnahme. Die Bestände im Nachgang wieder aufzubauen, wird aber mehrere Jahre in Anspruch nehmen und setzt gute Futterernten voraus.

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