Favorisierte Themenschwerpunkte zeigen Richtung auf

    Die Mitglieder der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Dialogforum Airport Berlin Brandenburg trafen sich Anfang der Woche zum Dialogforum bereits zum 17. Mal. Gemeinsam mit der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, dem Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg Rainer Genilke und dem Geschäftsführer für Personal der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Dr. Manfred Bobke von Camen, diskutierten sie die drängendsten Themen der Region. Alle Teilnehmer waren sich einig: Die Flughafen-Umfeldentwicklung muss beschleunigt werden.

    Das Flughafenumfeld ist schon vor der Eröffnung des BER ein immer attraktiver werdender Wohn- und Arbeitsstandort. Bis 2030 wird in der Flughafenregion mit rund 85.000 zusätzlichen Beschäftigten und fast 40.000 neuen Einwohnern gerechnet. Laut aktueller Verkehrsstudie des Büros SPV Verkehr GmbH, wird bis zum Jahr 2030 ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von rund 220.000 täglichen Fahrten erwartet. Die jährlichen Passagierzahlen steigen in den ersten zehn Jahren nach Eröffnung des BER um ein Drittel. Die Länder Berlin und Brandenburg als auch die Umlandkommunen profitieren von dieser Entwicklung rund um den BER. Sie stehen aber auch vor zusätzlichen Belastungen und damit einhergehenden großen Herausforderungen.

    Die Arbeit des Dialogforums konzentriert sich auf drei Aufgabenfelder: Interessenausgleich, Fluglärm sowie kommunale und interkommunale Entwicklung.

    1. Belastungen für kommunale Infrastrukturen erfordern einen finanziellen Ausgleich

    Die massive Entwicklung der Flughafenregion und die durch den Flughafen induzierten Belastungen für kommunale Infrastrukturen erfordern einen finanziellen Ausgleich. Im kommenden Jahrzehnt müssen neue Kindergärten, Schulen, Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen aber auch Feuerwehrhäuser und Radwege gebaut werden. Das können die Umlandkommunen nicht ohne Unterstützung des Bundes und der Länder leisten. Daher fordert die KAG DF die Einrichtung eines der Entwicklung angepassten Umland- und Ausgleichsfonds. Die Arbeitsgruppe Interessenausgleich (AG 1) wird sich im Jahr 2020 schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von Modellen des Interessenausgleiches befassen.

    2. Klima- und Emissionsschutz sind stärker in den Blick zu nehmen

    Ab dem kommenden Jahr werden am Standort Schönefeld rund dreimal so viele Passagiere abgefertigt, als bisher. Das bringt große Belastungen für die Anwohner mit sich. Die KAG DF erwartet vom Bund und den Ländern, den Klima- und Emissionsschutz stärker in den Blick zu nehmen. Gleichzeitig prüft die Arbeitsgruppe Fluglärm (AG 2) regelmäßig die Umsetzung des Schallschutzprogrammes. Allerdings muss festgestellt werden, dass von den bereitgestellten Mitteln bisher nur ein geringer Anteil für die Realisierung von Schallschutzmaßnahmen verwendet wird. Viele Anwohner lassen sich eine Entschädigung auszahlen, setzen dann aber die Schallschutzmaßnahmen nicht oder nur teilweise um. Daher appelliert die KAG DF an die anspruchsberechtigten Bürger, die Schallschutzmaßnahmen schnellst möglich auszuführen.

    3. Weniger motorisierter Individualverkehr, mehr öffentlicher Personennahverkehr und Ausbau der Radinfrastruktur in der Flughafenregion BER

    Neben dem rasanten Anstieg der Passagierzahlen am Flughafen, wächst das Verkehrsaufkommen aufgrund steigender Einwohner- und Beschäftigtenzahlen. Damit es in der Flughafenregion zu keinem Verkehrskollaps kommt muss jetzt gehandelt werden. Ziel der KAG DF ist eine verkehrsvermeidende und umweltverträgliche Organisation des zukünftigen Verkehrs, d.h. weniger motorisierter Individualverkehr mehr öffentlicher Personennahverkehr. Nicht zuletzt kann das Verkehrsvolumen nur durch den beträchtlichen Ausbau der Radinfrastruktur reduziert werden. Dazu gehören die Einrichtung neuer Radrouten, Fahrradstraßen, Fahrradschutzstreifen und Radwege genauso wie die Verbesserung der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder insbesondere an den Bahnhöfen.

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