Mädchen suchen ihre berufliche Perspektive im Handwerk

314 neue Lehrverträge verzeichnete die Handwerkskammer Potsdam bis zum 31. Mai 2017 Knapp 20 Prozent davon der jungen Frauen haben sich für den beruflichen Werdegang im Handwerk entschieden.

 Im Jahr 2016 zählte der Handwerkskammerbezirk Potsdam 3.091 Auszubildende, 525 davon weiblich. Auch wenn an der Spitze noch immer unangefochten der Friseurberuf liegt, fanden sich in den Top Ten der beliebtesten Ausbildungsberufe bei den weiblichen Auszubildenden im Handwerk auch sogenannte „frauenuntypische“ Berufe.19 Mädchen starteten im vergangenen Jahr ihre Lehre als Tischlerin, 16 Mädchen begannen als Kfz-Mechatronikerin, 11 als Fahrzeuglackiererin. In der Ausbildung zum Augenoptiker dominierten im vergangenen Jahr die weiblichen Azubis sogar das Feld. Von 70 Auszubildenden waren 2016 47 junge Frauen.

Celina Tönse aus Stahnsdorf ist eine von ihnen. Die Fachabiturientin wird aktuell als junge KfZ-Mechatronikerin in der Höricke meine Werkstatt GmbH in Teltow im 3. Lehrjahr ausgebildet. Sie will einmal in die Fußstapfen ihres Vaters treten, der nur einen Ort weiter ebenfalls einen Autoservice betreibt. Die Ausbildung habe sie aber bewusst in einem anderen Betrieb begonnen. „Wenn ich meine Lehre im Februar hoffentlich erfolgreich abgeschlossen habe, gehe ich in den Betrieb meines Vaters zurück, werde dort arbeiten und auch gleich meine Meisterausbildung anschließen. Sicher werde ich nicht ewig selbst an den Autos schrauben, aber mit dem Meisterabschluss kann ich perspektivisch das Unternehmen meines Vaters übernehmen, “ beschreibt die 21-jährige selbstbewusst ihre berufliche Perspektive. Dabei sei für die junge Frau schon früh klar gewesen, später etwas mit Autos zu machen: „Ich bin von klein auf in der Werkstatt meines Vaters aufgewachsen, habe in den Ferien geholfen und auch schon mitgeschraubt. So wusste ich ziemlich früh, was ich wollte.“ Mit ihren Kollegen im Betrieb und in der Berufsschule verstehe sie sich super und sei gut akzeptiert. Es sei heute zum Glück kein Thema mehr, dass man als Mädchen einen „Jungsberuf“ ergreife. „Und auch wenn man so wie ich nicht unbedingt einen Vater mit Autowerkstatt hat – mit der Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker kann man nach der Lehre in jedem Falle in die verschiedensten Automobilbereiche gehen.“Aktuell befinden sich 658 Lehrstellenangebote in 54 verschiedenen Ausbildungsberufen in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer.

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